Wortmarke „Black Friday“ – der Alptraum für den Online-Handel?

Black Friday – Start des Weihnachtsgeschäftes

Am 25. November 2016 ist wieder Black Friday. Zahlreiche Online-Shops bieten dann 24 Stunden lang einmalige Rabatte und Sonderangebote an und feiern so den Auftakt des Weihnachtsgeschäfts.

Was ist der Black Friday?

In den USA ist der „schwarze Freitag“ seit Jahrzehnten eine feste Institution. Traditionell findet er immer am Freitag nach Thanksgiving statt. Er ist kein offizieller Feiertag, doch viele Amerikaner nutzen den Tag als Brückentag zwischen Thanksgiving – das immer auf einen Donnerstag fällt – und dem darauffolgenden Wochenende. Den „Day after Thanksgiving“ haben in einigen US-Staaten wie beispielsweise Kalifornien, Florida oder Texas sogar Staatsangestellte offiziell frei.
Händler nutzen natürlich diesen Umstand und machen den Black Friday zu einer riesigen Verkaufsparty. Zum Teil starten die Verkaufsaktionen bereits um Mitternacht, um die Kunden in die Läden zu locken. Für den amerikanischen Einzelhandel ist der „schwarze Freitag“ seit Jahren der umsatzstärkste Tag. Was niemanden verwundern dürfte. Viele Händler bringen an diesem Tag ihre Bilanzen in die Gewinnzone und gleichen damit Verluste aus den Vormonaten aus.

Der Begriff Black Friday hat allerdings keinen Bezug zu dem in Deutschland bekannten „Schwarzen Freitag“, der den New Yorker Börsencrash von 1929 beschreibt.
Heutige Erklärungsversuche für den Begriff gehen auf die Menschenmassen („schwarze Masse“), die sich am Black Friday durch die Einkaufsstraßen bewegen, zurück oder auf die schwarzen Zahlen, die die Händler an diesem Tag schreiben.

Nach Deutschland kam der „schwarze Freitag“ mit der Kultmarke Apple im Jahre 2006. Apple bot seine Black Friday Angebote aus den USA auch in seinen deutschen Apple-Stores und im Online-Shop an und generierte enorme Umsätze. Dieser Verkaufserfolg lockte seither verschiedene Online-Händler an, die nun auch am Black Friday 24 Stunden lang zahlreiche Schnäppchen und Sonderangebote für ihre Kunden bereithalten.

Aber Achtung!

Der Betreiber des Schnäppchenportals blackfridaysale.de, die Black Friday GmbH, hat sich die Nutzungsrechte für den Begriff Black Friday als Wortmarke in Deutschland gesichert. Onlinehändler könnte am kommenden Black Friday, den 25. November, somit Ärger drohen.

Inhaber der Wortmarke ist die Super Union Holdings Ltd. aus Hongkong. Ursprünglich am 20. Dezember 2013 beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) eingetragen, gilt die Wortmarke für rund 1000 eingetragene Waren und Dienstleistungen. Das Unternehmen will sich wohl damit die Rechte an der Wortmarke „Black Friday“ für Produkte und Dienstleistungen aller möglichen Kategorien sichern. Die Auswahl scheint willkürlich und im Grunde wenig ernsthaft getroffen zu sein, von A wie Akkumulatoren bis Z wie Zirkusdarbietungen. Dennoch dürfte dieser Umstand sicher für viele Händler zum Problem werden, wenn sie eine dieser Produkte oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Black Friday anbieten. Die ersten Abmahnungen sind bereits im Umlauf.

Laut Rechts-Experten hätte die Wortmarke Black Friday gar nicht eingetragen werden dürfen. Denn ein allgemeinbräuchlicher Begriff kann beim DPMA als Wortmarke eigentlich gar nicht eingetragen werden. Doch das hilft den Händlern nun wenig – ist eine Marke erst einmal eingetragen, dann gilt, was im Register steht. Und jedes Gericht wird dem Markeninhaber Recht geben.

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