Was macht den Daimler-Blog zur Erfolgsgeschichte?

Was macht den Daimler-Blog zur Erfolgsgeschichte?

Daimler-Blog

Blogger der ersten Stunde in Deutschland

Der Daimler-Blog wird bis heute häufig als eines der Paradebeispiele für Blogs zitiert. Als Blogger der ersten Stunde in Deutschland berichten die Stuttgarter seit 2007 über „das Leben im Konzern“. Der Blog ist bis heute durchgehend präsent und liegt bei vielen Preisverleihungen immer vorn mit dabei.

In einem Interview äußert sich Uwe Knaus, Manager Corporate Blogging & Social Media Strategy bei der Daimler AG, zu der Frage „Was macht den Daimler-Blog so erfolgreich“.
Nach Aussage von Uwe Knaus zeigt der Daimler-Blog, wie das Unternehmen mit Kritik umgeht, welche Produkte das Unternehmen herstellt, welche Entwicklungsmöglichkeiten Mitarbeiter im Unternehmen haben und wie die vorherrschende Kultur im Unternehmen aussieht. Transparenz und Authentizität seien dabei besonders wichtig.

Zielgruppen

Als Zielgruppen werden von dem Manager alle Menschen, die sich für Daimler und seine Themen interessieren, benannt. Dazu gehören natürlich Bewerber, Kunden, Zulieferer oder Aktionäre und natürlich Mitarbeiter. Die Mitarbeiter und ihre Geschichten sind Dreh- und Angelpunkt des Blogs. Laut Uwe Knaus ist eine wesentliche Funktion des Blogs, den Konzern auf einen menschlichen Maßstab herunterzubrechen.

Dass Mitarbeiter Themen aus ihrem Arbeitsalltag auch in und mit der Öffentlichkeit diskutieren dürfen, ist erste Grundlage für eine entsprechende Themenvielfalt. Interessante Einblicke, authentisch rübergebracht und mit einer Prise Persönlichkeit versehen sind Garant für eine gute und relevante Reichweite.

Kleine Geschichten, die Mitarbeitern wichtig seien, die aber nicht über den klassischen Weg einer PR-Mitteilung funktionieren würden.
Die Mitarbeiter machen heute übrigens einen Anteil von ca. 40% der Leserschaft aus.

Mitarbeiter gehören übrigens zu den loyalsten Kunden unserer Produkte; der Zweitwagen ist oft auch ein Mercedes-Benz oder ein Smart. Darüber hinaus besitzt ein Großteil der Mitarbeiter auch Daimler-Aktien. Insofern repräsentiert die Gruppe der Kolleginnen und Kollegen gleich drei wichtige Stakeholder-Gruppen: Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre.

Erfolg

Bis zu 40.000 Unique Visitors kann der Daimler-Blog pro Monat verzeichnen. Diese bleiben im Durchschnitt 8 Minuten pro Besuch anwesend und lesen dabei bis zu 3 Artikel. Daraus lässt sich schließen, dass der erstaufgerufene Artikel so interessant für den Besucher ist, dass er angeregt wird, weitere Artikel zu lesen. Uwe Knaus verweist an dieser Stelle auf themenverwandte Artikel direkt unterhalb eines Beitrages (inklusive Teaserbild als Eyecatcher), durch die sich Verweildauer und Anzahl der aufgerufenen Artikel pro Besuch erhöht haben im Vergleich zu den vormals angezeigten Textlinks.

Wichtig seien auch Kommentarfrequenz und Verlinkungsrad, der für eine hohe Relevanz in Suchmaschinen sorgt. Während interaktionsstarke deutschsprachige Blogs im Durchschnitt ca. 4 Kommentare pro Post haben, so sind es beim Daimler-Blog durchschnittlich 7 Kommentare pro Beitrag.

Der hohe Bekanntheitsgrad des Daimler-Blogs ist sicherlich auch in der Tatsache, dass Uwe Knaus in der digitalen Szene bestens vernetzt ist und selbst begeisterter Nutzer von sozialen Netzwerken ist, begründet. In einigen Unternehmen werden Mitarbeiter als Verantwortliche für Social Media bestimmt, die mit diesem Medium nichts oder nicht viel anfangen können. Jemand, der nicht selbst begeistert ist von den Möglichkeiten, die ihm soziale Netzwerke bieten, wird es in der Regel nicht schaffen, „sein“ Unternehmen glaubwürdig und überzeugend zu positionieren.  Siehe dazu auch der Artikel „Warum Unternehmen an Social Media scheitern„.
Der aktuelle Daimler Blog ist natürlich responsiv gestaltet – seit Umsetzung der Responsivität sei der mobile Abruf von 8,5 Prozent auf 23,5 Prozent gestiegen.

Tipps…

…vom Profi Uwe Knaus an Blogbetreiber:

  • Vor Start eines Blogs überlegen, welches Ziel mit dem Blog verfolgt werden soll.
  • Ist es ein Service-Blog oder geht es darum ein Image, eine Marke aufzubauen?
  • Gibt es ausreichend Geschichten zu erzählen, um dem Blog langfristig aktiv zu gestalten?
  • Herrscht eine offene Unternehmenskultur und unterstützt das Management den Blog?
  • Gibt es einen Betriebsrat, sollte dieser frühzeitig hinzugezogen werden.
  • Nicht vergessen: Einfache Regelwerke (Blogging Guideline) und Kommentarrichtlinien aufstellen.

In eigener Sache: „Der“ oder „das“ Blog. Wie lautet denn nun die korrekte Schreibweise? Auf vielen Seiten im web finde ich „das Blog“. Vermutlich abgeleitet von Blog = Tagebuch. Ergo „das“ Tagebuch? Ich persönlich tendiere zu „der“ Blog… Im Daimler-Blog wurde diese Fragestellung ganz einfach gelöst: weil man sich nicht entscheiden konnte oder wollte findet man oben rechts beim Mouse over beide Schreibweisen.

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