Fake News, Falschmeldungen, Fehlinformationen

Fake News, Falschmeldungen, Fehlinformationen

Fake News, Falschmeldungen, Fehlinformationen

Der Kampf gegen Fake News wird immer wichtiger. Denn Fake News, also unwahre, meist in propagandistischer oder zumindest manipulativer Absicht geäußerte Nachrichten werden immer mehr zum Problem. Besonders in sozialen Netzwerken, wo alles kommentiert und geteilt wird, verbreiten sie sich extrem schnell und sorgen für heftige Diskussionen. Der derzeitige Hype mag etwas übertrieben sein, denn Fake News sind kein neues Thema, doch das zugrunde liegende Problem ist absolut real.

„Umstritten“ Label von Facebook

Facebook testet seit nun wenigen Wochen ein sogenanntes „umstritten“-Label, mit dem User vorhandene Beiträge anzweifeln können. Man will die Beiträge nicht einfach löschen, sondern einen Hinweis einbauen, dass der jeweilige Inhalt umstritten beziehungsweise angezweifelt wird.

Der Hinweis wird durch ein Label sichtbar, dem im englischsprachigen Test ein rotes Ausrufezeichen in einem weißen Dreieck auf rotem Hintergrund beinhaltet.
Neben dem Label steht „Disputed by (Name des Zweifelnden)“ und per Mausklick kann man die Gründe für den Zweifel sehen.
Möchte ein Nutzer solch einen Beitrag teilen, erhält er einen Warnhinweis, der nochmals auf den offensichtlich wenig vertrauenswürdigen Inhalt hinweist. So sollen Nutzer davon abgehalten werden, diesen Inhalt weiterzuverbreiten.

Google’s Quality Rater

Google hat sich eine neue Vorgehensweise überlegt. Während Facebook einen Lösungsansatz verfolgt, der durch den normalen User in Gang gesetzt wird, möchte Google bereits vorher agieren. Auf algorithmischem Wege soll verhindert werden, dass die entsprechende Seiten überhaupt eine große Aufmerksamkeit erhalten.

Dabei setzt Google auf den Einfluss der Quaility Rater. Diese bewerten anhand eines umfangreichen Guides die Suchergebnisse und deren Qualität. Aktuell hat Google diesen Guide angepasst und das Thema Fake-News deutlicher aufgenommen. Seiten von „schlechter Qualität“ werden so von den Ratern als qualitätsarm eingestuft. Dabei geht es beispielsweise um Seiten, die bekannte Seiten nachahmen, die unbewiesene Verschwörungstheorien puplizieren oder die Hass und Gewalt gegen Menschengruppen propagieren.

Neue „ägerlich/beleidigend“ Flag

Ein neues Attribut ist die „ägerlich/beleidigend“ Flag. Damit werden Seiten markiert, die verstörende Inhalte haben. Beispielsweise die Leugnung des Holocaust oder gewaltätige Inhalte wie Kindesmisshandlungen oder Anleitungen zu Straftaten. Aktuell hat dies (noch?) keine Auswirkungen auf das Ranking. Es dient vielmehr als Hinweis für die Google-Mitarbeiter, die an den Algorithmen arbeiten, die zukünftig solche „falschen“ Meldungen selbst erkennen sollen. Geflaggte Inhalte würden Nutzer bei allgemeinen Suchen dann weniger zu sehen bekommen.

Technische Lösungen vs. gesunder Menschenverstand

In beiden oben angeführten Ansätzen zum Umgang mit Fake News wird es bei einigen Themenbereichen sehr schwierig werden. Politische Meinungen gehen beispielsweise zum Teil sehr weit auseinander. Doch solange sie sich im Rahmen von Gesetzen bewegen darf die freie Meinungsäußerung nicht eingeschränkt werden. Und wie geht man mit Satire um? Diese Kunstform nutzt als typisches Stilmittel die Form Übertreibung. Sie will kritisieren, verspotten, anprangern und ist oftmals auch klar als Fake News zu sehen. Satire hat den Anspruch der Unterhaltung und kann aber auch für Stimmungsmache missbraucht werden.

Die sozialen Netzwerke haben wohl auch eines mit sich gebracht: jeder kann jederzeit „seinen Senf dazugeben“. Der Wahrheitsgehalt von Informationen wird nicht in Frage gestellt, sondern aus der eigenen momentanen Stimmung und Lage heraus wird gepostet, geteilt, geliked…
Dabei wäre es doch absolut wünschenswert, dass Nutzer beim Lesen ihren gesunden Menschenverstand einschalten, nachdenken, Dinge hinterfragen und nach weiteren Quellen für Behauptungen suchen.

Fazit

Der Umgang mit Fake News ist und bleibt schwierig. Facebook und Google haben die Problematik erkannt und testen verschiedene Lösungsansätze. Aber es liegt auch an uns Nutzern, Informationen aufmerksam und kritisch zu begleiten.


Wie groß die Angst vor Fake News in Deutschland ist, zeigt eine aktuelle Umfrage von Statista:
Infografik: Die Wirkung von Fake News | Statista


Doch was soll gegen die falschen Nachrichten und ihre Verbreiter getan werden? Das zeigt eine weitere Umfrage von Statista:
Infografik: Was tun gegen Fake News? | Statista